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Staatliche Förderprogramme

Klimaschutz lohnt sich, denn Modernisieren ist so attraktiv wie nie. Wer sein altes Haus in einen Energiesparer verwandelt oder besonders energieeffizient neu baut, erhält finanzielle Hilfen vom Staat und zinsgünstige Kredite der KfW-Bankengruppe. Lesen Sie hier, welche Förderprogramme es gibt. (Stand: Dezember 2016).

Einzelne Modernisierungsmaßnahmen

Eine wichtige Anlaufstelle für Bauherren und Sanierer ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Über das Programm „Energieeffizient Sanieren“ vergibt die Bankengruppe sowohl Zuschüsse als auch zinsgünstige Kredite für einzelne energetische Sanierungsmaßnahmen, wie den Einbau neuer Fenster, eine neue Dämmung, Heizung oder Lüftung. Maximal 50.000 Euro können über die KfW finanziert werden. Der effektive Jahreszins liegt aktuell bei 0,75 Prozent. Alternativ können Hausbesitzer einen Investitionszuschuss für ihr Vorhaben beantragen. Er deckt 10 Prozent der förderfähigen Kosten und kann bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit betragen. 

Sanierung zum KfW-Effizienzhaus

Wer plant, sein Haus komplett zu sanieren, erhält ebenfalls Unterstützung bei der KfW. Je nachdem, welchen Energiestandart das eigene Heim nach der Modernisierung erreicht, werden fünf Förderstufen unterschieden: KfW-Haus 115, 100, 85, 70, 55 und Denkmal. Das bedeutet z.B. im letzten Fall, dass die Immobilie einen Jahres-Primärenergiebedarf von 55 Prozent unter dem Neubauniveau (=KfW-Haus 100) aufweist.

Gefördert werden der Ersterwerb eines sanierten Gebäudes bzw. Eigentumswohnung oder die Sanierung des eigenen Hauses. In der Kreditvariante gibt es bis zu 100.000 Euro pro Wohneinheit für Zinssätze ab 0,75 Prozent effektiv pro Jahr. Prinzipiell werden bei den Sanierungen nur Wohngebäude gefördert, für welche vor dem 1. Februar 2002 der Bauantrag gestellt oder die Bauanzeige erstattet wurde.

Investitionsbonus anstatt Kredit

Wer sein Sanierungsvorhaben ohne Fremdkapital stemmen will, kann bei der KfW statt eines Kredits auch einen Investitionszuschuss beantragen. Er bemisst sich an der Höhe des erreichten KfW-Effizienzhausstandards und kann bis zu 30.000 Euro je Wohneinheit betragen. Bei Einzelmaßnahmen zahlt der Staat bis zu 10 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal jedoch 5.000 Euro pro Wohneinheit. Auch private Eigentümer, die sanierten Wohnraum kaufen wollen, können die Finanzspritze nutzen.

Heizungs- und Lüftungspaket (NEU!)

Neu seit diesem Jahr ist das sogenannte Heizungspaket: Wer seine alte Heizung durch eine effiziente Anlage ersetzt und gleichzeitig das Heizsystem optimiert, bekommt 15 Prozent der förderfähigen Kosten von der KfW erstattet, maximal aber 7.500 Euro pro Wohneinheit. Effiziente Lüftungen fördert die Kreditanstalt ebenfalls: Wer den Einbau mit mindestens einer weiteren förderfähigen Maßnahme an der Gebäudehülle kombiniert, erhält dieselben Konditionen wie beim Heizungspaket.

Energieeffizient bauen

Für alle, die ein neues KfW-Effizienzhaus bauen oder kaufen wollen, gibt es das Förderprogramm „Energieeffizient bauen“. Bauherren bekommen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau bis zu 100.000 Euro. Der effektive Jahreszins beträgt je nach angestrebtem KfW-Effizienzhausstandard zwischen 0,75 und 1,31 Prozent. Neu ist seit 2016 der Standard "KfW-Effizienzhaus 40 Plus". 

Neu seit 1. April 2016 ist der erhöhte Förderbeitrag pro Wohneinheit auf 100.000 Euro. Außerdem wurde für 20- und 30-jährige Kreditlaufzeiten eine 20-jährige Zinsbindungsvariante eingeführt.

Solarthermie

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einsatz von regenerativen Energien für die Wärmeversorgung. Bezuschusst wird zum Bespiel Solarthermie – sowohl die Erstinstallation von Kollektoren als auch deren Erweiterung.

Dienen die Panels ausschließlich der Warmwasserbereitung, können Bauherren mit bis zu 50 Euro je angefangenem Quadratmeter Bruttokollektorfläche rechnen, 500 Euro werden mindestens gewährt. Eine Förderung von mindestens 2.000 Euro gibt es, wenn die Anlage für die solare Kühlung eingesetzt wird, die Raumheizung unterstützt oder die Wärme überwiegend einem Wärmenetz zugeführt wird. Pro angefangenem Quadratmeter Bruttokollektorfläche zahlt das BAFA dann 140 Euro, doch nur bis zu einer Fläche von insgesamt 40 m².

Entscheiden sich Hausbesitzer für sog. Vakuumröhren, müssen mindestens 7 m² Fläche installiert werden und 50 Liter je Quadratmeter Wärmespeichervolumen vorhanden sein. Bei Flachkollektoren sind es mindestens 9 m² bzw. 40 Liter/m². Bei der Erweiterung bestehender Anlagen um mindestens 4 bis maximal 40 m² gibt es 50 Euro je angefangenem Quadratmeter.

BHKW

Die staatlichen Förderungen für Mini- und Mikro-BHKW ist zum 1. Januar 2015 deutlich gestiegen. Wer sich eine Anlage mit maximal 1 kW elektrischer Leistung in den Heizungskeller stellt, erhält nun 1.900 Euro von der BAFA. Für große Anlagen mit bis zu 10 kW bekommen Antragsteller sogar bis zu 3.400 Euro. Ist die innovative Heizung besonders effizient, wird seit diesem Jahr eine Bonusförderung ausgeschüttet.

Für die Mini-BHKW, die mit einem Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet und an ein hydraulisch abgeglichenes Heizsystem angeschlossen sind, gibt es den Wärmeeffizienz-Bonus. Hausbesitzer erhalten in diesem Fall noch einmal 25 Prozent der Basisförderung extra. Bei einem besonders hohen elektrischen Wirkungsgrad vergibt das Bundesamt den Bonus "Stromeffizienz". Er liegt bei 60 Prozent der Basisförderung.

Wärmepumpen

Zu den förderfähigen Anlagen zählt das BAFA auch Wärmepumpen bis 100 Kilowatt Nennwärmeleistung. Der Zuschuss unterliegt jedoch strengen Anforderungen. Je nach Wärmepumpentyp schreibt das Bundesamt zum Beispiel bestimmte Mindestwerte für die Jahresarbeitszahl vor, also das Verhältnis zwischen der abgegebenen Wärmeleistung und der aufgenommenen Energie im Laufe eines Jahres. Anlagen im Neubau werden im Rahmen der Innovationsförderung bezuschusst.  Eine detaillierte Übersicht finden Sie hier.

Optimierung des Heizungssystems 

Seit 01.01.2016 bietet das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle eine neue Förderung für effiziente Heizungen und Lüftungen an.  Wer seine veraltete ineffiziente Anlage durch eine Biomasseanlage oder Wärmepumpe ersetzt oder eine heizungsunterstützende Solarthermieanlage einbindet, erhält einen Zusatzbonus von 20 Prozent der üblichen BAFA-Förderung. Voraussetzung ist allerdings, dass gleichzeitig das Heizsystem optimiert wird, z.B. die Heizkurve, Vorlauftemperatur und Pumpenleistung. Belohnt wird diese Maßnahme mit einem zusätzlichen Investitionszuschuss von 600 Euro. 

Weitere Informationen und Links

Einen umfassenden Überblick über die Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union gibt die Datenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie unter www.foerderdatenbank.de. Wer noch mehr zu den einzelnen Programmen wissen möchte, erhält unter www.bafa.de, www.kfw.de und www.energiefoerderung.info detaillierte Informationen.

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