19.05.2012 02:35:10 Uhr

Energie- & Umwelt-News

Handy-Recycling
In Deutschland liegen schätzungsweise. 85 Millionen alter Handys in Schubladen, da viele Leute diesen sehr persön- lichen Gegenstand nicht wegwerfen wollen. In Handys befinden sich jedoch wertvolle Metalle wie Gold, Silber, Palladium, Kupfer oder Kobalt. Recycling wäre eine Alternative, die Umwelt und Geldbeutel schont. Seit 2006 sammelt deshalb der Naturschutzbund mit Spendenboxen alte Handys. Bislang konnten rund 70.000 Handys gesammelt werden. Der Erlös von 277.000 Euro wurde in ein Projekt zur Renaturierung der Havel gesteckt haben.
Höhere Strompreise?
Um den Ausbau der Windenergie zu beschleunigen, will die Bundesregierung die Betreiber von Windparks unter- stützen. Sollte der produzierte Strom bei Störungen der Netzanbindung nicht eingespeist werden können, steht dem Betreiber Schadensersatz von 80 Prozent der Einspeisevergütung zu. Diese Kosten sollen laut dem Verordnungsentwurf auf alle Stromverbraucher umgelegt werden. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale warnt vor steigenden Strom- preisen. Auch in der Industrie stößt der Vorschlag auf Kritik. Hans Jürgen Kerkhoff, Präsident der Wirtschaftvereinigung Stahl befürchtet, dass dies nicht der letzte Aufschlag auf den Strompreis im Zuge der Energiewende bleibt.
Nicht nur CO2
Laut einer Studie eines internationalen Forscherteams wurde der negative Einfluss von Kohle und Öl auf die Klimaerwärmung bislang unterschätzt. Bei der Ver- brennung dieser Energieträger entsteht Ozonsmog und Ruß, die maßgeblich zur Erwärmung der Atmosphäre und damit zu einer Ausdehnung des Tropengürtels beitragen. Bisherige Klimasimulationen hätten die Ausdehnung der Tropen um ein Drittel unterschätzt, da sie sich zu einseitig auf Kohlenstoffdioxid konzentriert haben, so der Erstautor der Studie Robert J. Allen von der University of California in Riverside. Die Forscher warnen: Sollte dem Ausstoß dieser Luftschadstoffe nicht entgegen gesteuert werden, sind auch Landwirtschaft, Wirtschaft und Gesellschaft Europas sowie Nordamerikas betroffen.
Mehr Kosten?
Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" plant das Bundeswirtschaftsministerium eine neue Umlage für Offshore-Windparks. Diese würde zusätzlich zur EEG-Umlage auf die Stromrechnung aufgeschlagen. Die neue Umlage solle erhoben werden können, wenn ein Betreiber eines Offshore-Windparks wegen eines Leitungsschadens oder bei fehlender Anbindung ans Stromnetz zwar Strom erzeugen, aber nicht ins Netz einspeisen kann. Bisher haftet der Netzbetreiber für Ausfälle. Das Umweltministerium habe allerdings noch nicht zugestimmt, so die FAZ.
Smarter einkaufen
Bis Lebensmittel im Einkaufskorb landen, haben Herstellung und Transport die Atmosphäre mit Klimagasen belastet. Welche Lebensmittel besonders hohe CO2-Emissionen verursachen und wie Verbraucher klimafreundlicher einkaufen können, erklärt ein Onlineratgeber: Der KonsumCheck der Initiative „Klima sucht Schutz" zeigt Verbraucher auf, wie klimafreundlich ihre Ernährung ist und gibt Tipps zum umweltschonenden Einkaufen.
Potenzial
Mehr Wind- und Sonnenenergie könnten die wirtschaftliche Entwicklung in Nordafrika und im Mittleren Osten unterstützen und einen klimaverträglichen Zugang zu Energie für die Bevölkerung in der Region sichern. Das erklärte Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) bei der Eröffnung der internationalen Konferenz zu erneuerbaren Energien im Mittleren Osten und Nordafrika (MENAREC) in Marrakesch. Neben einer klimaverträglichen Energieversorgung könnten so vor Ort zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen werden. Laut UBA gibt es vor allem in den wind- und sonnenreichen Ländern Nordafrikas enorme Ausbaupotenziale, die so groß seien, dass neben einer vorrangigen Energieversorgung dieser Länder eine Zusammenarbeit bei der Energieversorgung Europas möglich sei. Eine Kooperation zwischen dem Europäischen Energieraum und Nordafrika könne helfen, die Großregion langfristig vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen, so Flasbarth.
Sonne und Wind
Immer wichtiger für die deutsche Energiewirtschaft werden Solar- und Windenergie. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) mitteilte, stieg der von Januar bis April ins Netz eingespeiste Solarstrom im Schnitt um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. In derselben Zeit lieferten Windanlagen 25 Prozent mehr Strom, allerdings mit monatlichen Differenzen: So lag die Menge des Windstroms im Januar 90 Prozent über der Menge des Vorjahres, im April jedoch waren es 7 Prozent weniger. Grund für das Mehr an Solarstrom ist der zuletzt rasante Zubau von Solaranlagen. Viele Hausbesitzer ließen ihre Anlagen noch Ende 2011 ans Netz anschließen, da für Anfang 2012 deutliche Kürzungen der Solarförderung beschlossen worden waren. Diese Zahlen dürften die Diskussion um die Senkung der Solarförderung weiter ankurbeln. Der Bundesrat entschied nun, die vom Bundestag beschlossene Gesetzesvorlage zur Kürzung der Förderung in einem Vermittlungsausschuss zwischen Bund und Ländern zu verhandeln.
Wasserteam
Ab 2013 soll die Europäische Innovationspartnerschaft für Wasser (EIP) vor allem Innovationen im Bereich der EU-Wasserbewirtschaftung voranbringen. Barrieren für innovative Ideen im Bereich der Wasserbewirtschaftung in Städten, im ländlichen Raum und in der Industrie sollen beseitigt werden. EU-Umweltminister Janez Potocnik ist überzeugt, mit der Innovationspartnerschaft "künftig allen eine sichere, ausreichende und bezahlbare Wasserversorgung bieten" zu können. Ebenso werde das Ziel verfolgt, "dass Europa weltweit eine führende Stellung in den Wassertechnologien und -dienstleistungen einnimmt." Grenz- und sektorübergreifend sollen unter anderem kleine und mittlere Unternehmen, wassernutzende Industrien und Forschungseinrichtungen sowie Kommunalverwaltungen und der Finanzsektor zusammengeführt werden. Die EIP soll dazu beitragen, grenzübergreifende Maßnahmen zur Wasserbewirtschaftung zu konsolidieren und abzustimmen.
Frost und Nebel!
Seit vier Jahren stellt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bundesweit kostenlose Warnnewsletter an. Bereits 50.000 Interessenten erhalten die Newsletter und sind so rechtzeitig über gefährliche Wettererscheinungen wie Starkregen, Gewitter, extreme Hitze, Schneeverwehungen oder Glatteis informiert. Jetzt hat der Wetterdienst das Angebot erweitert: Ab sofort gibt der DWD auch Nebel- und Frostwarnungen bekannt, an den Küsten der Nord- und Ostsee können Interessierte zudem amtliche Warnungen für einzelne Landkreise beziehen und auch Warnungen unterhalb der Unwetterwarnschwelle bestellen. Mit dem umfassenden Warnangebot verspricht sich die Bundesbehörde deutscher Wetterdienst einen besseren Schutz seiner Abonnenten sowie die Verminderung von wirtschaftlichen Schäden.
Gestoppt
Der Bundestag hat die geplante Kürzung der Solarförderung gestoppt. Sowohl rot-grün regierte Bundesländer als auch CDU-Landesregierungen sehen Überarbeitungsbedarf und stimmten für einen Vermittlungsausschuss. Damit dürfte es für Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) schwer werden, die ursprünglichen Kürzungspläne von bis zu 30 Prozent durchzusetzen. Komplett stoppen kann die Länderkammer die Pläne zwar nicht, aber im Vermittlungsausschuss könnten Abmilderungen durchgesetzt werden.